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Köhlers Bistro im Café Strickmann

Die fünf Schatzkammern der Feinkost

Das Café Strickmann auf Dortmunds "reifer Meile", der Wißstraße oberhalb des Hansaplatzes, ist eine Traditionsadresse, die man bis in das Jahr 1853 zurückverfolgen kann. Hier, zwischen Porzellangeschäft, Apotheke, Haarstudio und Hörgerätefachhandel ist das Café Strickmann die Topanlaufstelle für das gepflegte Stück Kuchen oder ein Gläschen Sekt nach dem Marktbesuch. Doch es gibt noch viel mehr, etwa ein "Hidden Secret", einen Platz im Hinterzimmer für Eingeweihte, die die Kunst der Feinkost zu schätzen wissen.

 

Das über die Jahre gewachsene Konstrukt Feinkost Köhler / Café Strickmann durchschaut man nicht auf den ersten Blick. Es gibt fünf kulinarische Bereiche: Zunächst durchschreitet man den Außenbereich des Cafés. Hier sind im Sommer die begehrtesten Plätze, man sieht und wird gesehen. In den Schaufenstern gibt es eine flüchtige Andeutung der weiteren kulinarischen Freuden, die den Besucher im Inneren erwarten. Betritt man den Komplex, erreicht man die zweite Schatzkammer, den Feinkostbereich mit der Confiserie. Die Damen hinter der Theke empfangen die Gäste mit einem wissenden Lächeln. Die Vitrinen sind voller Kuchenvariationen und feinsten Pralinen, links ist der Take-Away-Bereich für herzhafte Feinkost: Salate, Pasteten, Weine. Dahinter versteckt sich Schatzkammer Nr. 3: das Café. Hier dominiert das Ambiente der 50er Jahre, wie man es von Oma Luise kennt: pastellige Streifentapeten, Kronleuchter, Wiener-Kaffeehaus-Garderoben als Raumtrenner und Ölschinken mit Gebirgsmotiven. Dazu der Duft von Tosca und frisch gebrühtem Kaffee. Die Kuchen sind eine Wucht, dazu gibt es eine ausgiebige Frühstückskarte, Likörchen und Eisvariationen je nach Gusto.

 

Eine leichte Rechtskurve bringt uns in Objekt 4 der heiligen Hallen: die Caféterrasse im Hinterhof. Doch wir wollen noch einen Schritt weiter gehen, uns reizt der letzte Bereich, Schatzkammer 5, ganz hinten, der Bistrobereich. Hier gibt es einen großen Schlemmertresen und 6 Tische. Von den 50er Jahren machen wir hier ambientemäßig einen epochalen Schritt in die 70er Jahre. Flaschen mit Köhlers Sekt begrüßen uns, dazu Platzdeckchen, auf denen ein Schaumwein schlürfender Hummer abgebildet ist. Die fischlastige Karte lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Es gibt einen Meersfrüchteteller mit Büsumer Krabben, Shrimps und Räucherlachs (13,20 Euro), es gibt Kaninchenragout mit Pfifferlingen, Artischocken und Tomaten in Salbeisauce auf Bandnudeln (13,80 Euro) und es gibt eine täglich wechselnde Plat du Jour inkl. Wein (0,1l) für 15 Euro (heute Rehragout). Wir entscheiden uns zunächst für die Hummersuppe mit Shrimps (5 Euro). Dazu gibt es einen knackigen Sauvignon Blanc aus Rheinhessen (0,1l für 2,40 Euro) - tolle Kombination! Als Hauptgerichte wählen wir das Zürcher Rösti mit Lachs und Meerrettichsahne (11,80 Euro) und die Röstkartoffeln mit Krabben, Lachsstreifen und Kräutersauce (13,60 Euro). Beide kommen begleitet von einem sehr gelungenen, etwas obstlastigen Salat, was jeweils eine geschmacksintensive, äußerst stimmige Kombination darstellt. Als Nachtisch können wir uns einen Gang zur Kuchenvitrine nicht verkneifen.

 

Und es lohnt sich: Käsekuchen und Paradiesschnitte (mit Mango und Cassis, 3 Euro) erweisen sich als dem guten Ruf des Etablissements durchaus standhaltend. Die Servicekraft ist etwas fahrig heute, das verzeiht man aber gern, muss sie doch auch gleichzeitig im Tresenbereich als Kummerkasten für die Stammgäste herhalten. Köhlers Bistro erweist sich als tolle Wahl für einen gehobenen Mittagstisch. Gerade weil die Gerichte sicher nicht mehr unbedingt "State Of The Art" sind, sondern vielmehr inspiriert vom Geist der 70er (wo sonst bekommt man heute noch Canapees mit Räucherlachs oder Ragout Fin?), erfreut man sich umso mehr an dem hier noch vorhandenen eigenen Stil. Köhlers Bistro – ein Delikatessenlädchen zum Verweilen – Slow Food aus Zeiten, als dieser Begriff noch nicht nötig war!

www.koehlers-feinkost.de
44137 Dortmund-Innenstadt
Wißstraße 26-28
0231/57 19 15
Mo-Fr 11-18.30 Uhr
Sa 10.30-17 Uhr
Ruhetag: Sonntag
Master Visa EC

Shoppingpause Platz 2

 

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